BOTSCHAFT AUS DEM MORGENLAND
Dort wo die Vegetation und das Klima den Menschen zwang, ständig auf Narhungssuche für sich und seine Herde zu sein, entstand Nomadismus, das ununterbrochene Umherziehen großer Sippen. Die notwendige Behausung musste denkbar einfach und transportabel sein - Zeltund Zeltmatten entstanden um diese Bedürfnisse abzudecken.
Die Idee, das ursprünglich verwendete wertvolle Tierfell zu ersetzen um die Tiere zu schonen, führte zu einer ersten Wollmatte – der Teppich entstand.
MUSTER, MYTHOLOGIE UND RELIGION
Die über Jahrhunderte und Jahrtausende nur geometrischen und durchgemusterten Teppiche integrierten starke Merkmale des jeweiligen Klimas sowie Gedankengut aus Mythologie und Religion, aber auch aus dem täglichen Erfahrungs- und Lebensbereich. Für den schriftlosen Nomaden wurde der Teppich mehr und mehr zum lebenden und lesbaren Piktogramm, zum Kultobjekt oder Kulturgegenstand.
DIE ERSTE WENDE
Um 1500 produzierten die Dynastien der Safawiden in Persien und die Osmanen in Anatolien erstmals höfische Teppiche auf Bestellung – neue Designs aus der Buchmalerei und Keramik erhielten Einzug – der florale, höfische Prunkteppiche war geboren – Jagd-, Garten- und Vasenteppiche wurden unter erstmaliger Verwendung von Baumwolle und Seide entworfen und geknüpft.
DIE ZWEITE WENDE
Nicht nur die Wiener Weltausstellung von 1873 stellte den Orientteppich auf breitester Basis aus und der Handel erreichte um 1900 ein unvorstellbares Ausmaß. Dicke und hochflorige Teppiche für den europäischen und amerikanische Markt wurden produziert um sich an die in unseren Breiten vorhandenen Stuhlbeine und Stöckelschuhe anzupassen.
DIE ZWEITE WENDE
Ab 1960 entstanden erste Kopien traditioneller Muster auch in europäischen Ländern wie Rumänien und Bulgarien – 1970 folgten dann auch Pakistan und Indien, noch später auch China.
DIE DRITTE WENDE
Eigentlich kann man die aktuellsten Entwicklungen nicht als Wende an und für sich bezeichnen. Im Rahmen des Interieurdesigns und des starken Integration der Architektur und der modernen Künste nutzt man die Möglichkeiten individuellste Muster und Designs zu knüpfen um eine höchstmögliche Individualität zu erreichen.
DIE DRITTE WENDE
Nicht selten findet man auf Teppichen Muster eine alten Industriemauer oder es wird das Erscheinungsbild einer verwitterten Tapete wiedergegeben. Das Zeitalter der positiven multikulturellen Entwicklung und der Globalisierung erfrischt, neben der ständigen Aktualität von Klassikern, auch die Teppichwelt.