16Jänner

Besonderes Design von Jan Kath

Er bricht gezielt mit Sehgewohnheiten und wirft strenge Gestaltungsregeln über Bord. Eine ganze Generation, die einst Großmutters Perser zusammenrollte und aus den Wohnzimmern verbannte, bringt er so „zurück auf den Teppich“. „In klinisch durchgestylten Wohnungen, mit Hochglanz polierten Betonböden, fühlt sich niemand wohl“, erklärt Kath. „Unsere Teppiche sind ein organisches i-Tüpfelchen, Wohlfühlinseln, die im coolen Enterieur heilsam wirken, ohne den Style zu zerstören.“ Jan Kath hat eine unverkennbare Handschrift entwickelt und ist damit absolut stilprägend. Er zählt heute zu den international bedeutendsten Teppich-Designern. Seine Entwürfe sind vielfach preisgekrönt (Red Dot, Carpet Design Award u.v.m.) und die Werke werden immer wieder im musealen Kontext von Kunst und Design gezeigt (u.a. Museum für angewandte Kunst/Frankfurt, Beijing, International Design Triennial).

 

Kath ist Autodidakt. Die Matrix für seine innovativen Entwürfe bildet eine tiefe, emotional verwurzelte Beziehung zum Teppich: JAN KATH stammt in dritter Generation aus einer Teppich-Händler- Familie mit Dependancen im Ruhrgebiet und in Berlin. Schon als kleiner Junge besuchte er mit seinem Vater Manufakturen in Iran und Nepal. Diese Erfahrungen schärften sein Auge und weckten das Grundverständnis für Farbkombinationen und Proportionen. Dennoch wollte JAN KATH nie in die Fußstapfen der Eltern treten, das Geschäft nicht weiterführen. Um seinen eigenen Weg zu finden, reiste er mit 20 Jahren durch Asien und den Orient und landete während seines Road­trips mehr oder weniger zufällig in Nepal. Dort baten ihn Freunde der Familie, als Qualitätskontrolleur in ihrer Teppichproduktion einzuspringen. Die Verbindung zum Thema Teppich war wieder hergestellt. Später übernahm Jan Kath die Fertigung, begann eigene Designs zu produzieren. Inspiriert von zahlreichen Reisen durch pulsierende Metropolen wie Paris, Istanbul, New York und Tokio, Beirut, Sydney und nicht zuletzt durch seine Heimat, das Ruhrgebiet, mit seiner archa­ischen Industriekultur, entwickelte Jan Kath schnell seine unverkennbare Handschrift. Während in seinen Kreationen der Reiz des Fehlerhaften, der Erosion und der Verwandlung eine zentrale Rolle spielt, ist Kath in Sachen Qualität jedoch „kompromisslos konservativ“.

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