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Der Teppich diente in seiner Frühzeit nicht nur als wärmender Bodenbelag, sondern erfüllte eine ganze Reihe von Funktionen: unter anderem als Zeltbehang, Bett, Stuhl, Tisch und Behälter in Form von Satteltaschen und -decken. Es dauerte lange Zeit, bis die ersten Herrscher der Orient-Regionen versierte Teppichknüpfer damit beauf-tragten, besonders schöne Stücke zu repräsentativen Zwecken anzufertigen. Hier liegt der Ursprung des heutigen Wertes von hand-geknüpften, orientalischen Teppichen. Älter als das 14. Jh.: Der "Perser". Die Historie des persischen Orientteppichs lässt sich durch Abbildungen und Schriftstücke bis weit vor das 15 Jh. zurückverfolgen. Berühmtestes überliefertes Stück ist wohl der "Frühlings-teppich des Khosrau" . Er war Bestandteil der Einrichtung des Ktesiphon-Palastes. Seine Länge betrug 25 m, und ins Dessin eingearbeitet waren Seidengarne, Edel-steine, Kristalle, Perlen und Goldfäden. Der Teppich wurde 640 angeblich von arabischen Eroberern aufge-teilt, um die Kostbarkeiten einzeln veräußern zu können. Erhaltene Originalstücke aus dieser frühen Hochzeit der persischen Knüpfkunst sind leider nicht erhalten. Die frühesten Zeugen dieser Kunst entstammen dem 16. Jh., als die Safawiden in Persien herrschten. Besonders der Schah Abbas war es, der die Landwirt-schaft, den Handel und auch das unsthandwerk förderte. Durch das Schaffen einer Hofmanufaktur wurde das Knüpfen vom reinen Gebrauchshandwerk zum Kunsthandwerk erhoben. Am signifikantesten für den persischen Orientteppich ist sicherlich die Wandlung seiner Dessins im Laufe der Jh. Überwogen zuerst noch streng geometrische Muster aus der Zeit der mongol-ischen und arabischen Herr-scher, wurden diese von freundlichen Blumen-Dessins in der Safawiden-Epoche abgelöst. Ab dem 16. Jh. schufen persische Knüpfer individuelle Arabesken- und Medaillondessins. Oftmals lieferten Kunstmaler hierfür Vorlagen auf sogenannten Kartons, die in den Manu-fakturen verwendet wurden. Exportmarkt Europa. Nach einer Flaute in der klassischen Teppichkunst im Persien des 18. Jh. kam es erst ca. ein Jh. später zu einem erneuten Aufschwung: Sein Ursprung lag u.a. in den beiden Weltausstellungen der Jahre 1851 und 1873 in London und Wien. Die so in Europa ange-fachte Nachfrage führte zur Neugründung von Manu-fakturen, und internationale Design-Einflüsse wurden erkennbar. Nach einer weiteren Krise - bedingt durch die beiden Weltkriege und die dazwischenliegende Weltwirtschaftskrise - erfreut sich der Orientteppich seit der Nachkriegszeit in Europa einer kontinuierlichen Beliebtheit. |